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DIE LETZTE OSMANISCHE HOFDICHTERIN:
NIGÂR BiNTi OSMAN (1862 - 1918)
Sie war eine der wenigen Dichterinnen, die am Scheideweg der türkischen
Literatur um die Jahrhundertwende sich nicht für die neue Richtung, sondern für
die klassische Diwandichtung in Form und Sprache entschieden hat. Dies tat sie,
obwohl sie aus einer ungarischen Familie stammte, sieben Sprachen (darunter
Arabisch und Persisch) sprach, eine profunde, humanistische Erziehung genoß und
später den ersten europäisch geprägten literarischen Salon in Istanbul
eröffnete.
Auch den Anspruch der Moderne, Aufklärung zu betreiben, hatte sie ganz
offensichtlich nicht verinnerlicht, weshalb ihre Dichtung zu den letzten
Regungen einer untergehenden Empfingswelt gehört.
Nigar Binti Osman, auch Nigar Hanım genannt, veröffentlichte ihre Gedichte
unter anderem bei der legendären Zeitschrift Servet-i Fünun, (unter dem
Pseudonym Uryan Kalb), war die letzte Hofdichterin, verteidigte - genau wie
alle Autoren bei dieser Zeitschrift - die literarisch hohe Sprache, was ihr
heutige Kritiker allerdings zum Nachteil auslegen. Sie stand unter dem Einfluss
Abdülhak Hamit´s, Recaizade Ekrem´s, Tevfik Fikret´s und Cenap Şahabbettin´s -
also zeitgenössischer, als modern geltender Vertretern der türkischen
Literatur. Ihre Dichtung stand im Zeichen ihres unglücklichen Lebens, das sie
in einer ansprechenden Autobiographie geschildert hat. Ein Teil dieser
Autobiographie erschien - nicht ganz entsprechend ihrer letzten Verfügung, die
erst fünfzig Jahre nach ihrem Tod dies erlaubt hätte - 1959, von einem ihrer
drei Söhne für den Druck vorbereitet, und bietet einen fesselnden Einblick in
das Leben einer weltgewandten, klassisch gebildeten, osmanischen Frau. Behçet
Necatigil nennt sie mit Recht die größte Dichterin, die vor der republikanischen
Zeit gelebt hat.
Toros, Taha: The Poetess Nigar Hanim/Şair Nigar Hanım, S. 56 - 64 In: Skylife
5/94
"Batı´nın büyük merkezlerinde, tanımnış kişilerin evlerinde gelenek haline
getirdikleri sanat ve edebiyat toplantıları, Türkiye´de Nigar Hanım´la başladı.
Bu açıdan da Nigar Hanım, bizde Batılı anlamda, benzeri toplantıların
öncüsüdür. Osmanbey´deki konağı ile Rumelihisarı´ndaki yalısının salonları,
Salı günleri dolar taşardı. Buraya dönemin kalburüstü kişileri, edebiyat ve
sanat mensupları gelirler, sohbet ederlerdi. Bunlar arasında Maarif Naziri
Münif Paşa, Süleyman Nazif, Ahmet Mithat Efendi, Abdülhak Hamit, Cenap
Şahabettin, Faik Ali, kadın edebiyatçıardan şair ve bestekar Leyla Hanım,
Mihrinissa ve Fahriye Atif Hanım´larla, ünlü tarihçi Cevdet Paşa´nın kızları
Fatma Aliye ile Emine Semiye Hanım´lar gelirlerdi. Daha nice aydın kişiler bu
salonların devamlı konuğu idiler. Bu salonun konukları arasında Pierre Loti,
Salomon Proudhon, Paul Bourget, Karmen Silva gibi yabancılar da bulunmuşlardı."
Toros, Taha: The Poetess Nigar Hanim/Sair Nigar Hanim, S. 56 - 64 In: Skylife
5/94
"Each Tuesday, writers, artists and other eminent figures of the time used to
gather for conversation at Nigar Hanim´s salon, either in her mansion in
Osmanbey or her waterfront house in Rumelihisar. Her regular visitors included
the minister of education Münif Pasa, the writer Süleyman Nazif, the novelist
Ahmet Mithat, the poets Abdülhak Hamid, Genab Sahabbettin and Faik Ali, Leyla
Saz, the famous woman poet and composer, and the woman poets Mihrinissa,
Fahriye Atif, and the daughters of the famous historian Cevdet Pasa, Fatma
Aliye and Emine Semiye. Her foreign visitors on these occasions included Pierre
Loti, Salomon Proudhon, Paul Bourget and Karmen Silva."
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